07. August 2013

Planfeststellungsbeschluss erlassen.

 

 Die zuständige Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Außenstelle Ost in Magdeburg hat nun für die Dammsanierung an der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW), im Kilometer Abschnitt 50,600 bis 55,980 und an der Stör-Wasserstraße (StW), im Kilometer Abschnitt 0,000 bis 6,900 einen Planfeststellungsbeschluss erlassen.
Damit versetzt die Generaldirektion des Bundes das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA) in die Lage, die bisher umfangreichste Dammsanierung und Baumfällung im Europäischen Vogelschutzgebiet Lewitz umzusetzen. Hier sollen immerhin 130 geschützte Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen. In diesen Baumriesen sind jedoch auch kostbare Fledermausquartiere vorhanden, in denen streng geschützte Fledermausarten und der Eremit Schutz suchen. Im Vorhabensgebiet kommen die Teichfledermaus (FFH-Art), die Wasserfledermaus, die Fransenfledermaus, die Rauhautfledermaus, die Zwergfledermaus, der Große Abendsegler und das Braune Langohr vor, die durch die geplanten Baumaßnahmen massiv gestört und gefährdet werden könnten. Sowohl der Lewitznetzwerk e.V. als auch der Bund für Umwelt und Naturschutz M-V (BUND) sind nicht generell gegen eine Dammsanierung. Sie sehen den Planfeststellungsbeschluss jedoch kritisch, da dieser tiefgreifende Eingriffe in Natur und Landschaft legalisiert und den gesetzlichen Artenschutz nur unzureichend berücksichtigt.
So wurde kein externer Baumgutachter hinzugezogen, keine Wurzelgrabungen durchgeführt und keine alternativen und ökologisch sinnvollen Dammsanierungsmaßnahmen geprüft. Außerdem weisen die Umweltverbände darauf hin, das bisher weder eine 3 ha große Naturwaldpartielle ausgewiesen, kein 5-jähriges Fledermausmonitoring festgeschrieben und nur 56 Fledermauskästen, als Höhlenersatz vorgesehen worden sind. Das Artenschutzrecht sieht jedoch eine Kompensation im Verhältnis von mind. 1:6 bis 1:10 vor. Demnach müssten statt 56 immerhin 560 Fledermauskästen aufgehängt werden. Gerade diese wichtigen Ausgleichsmaßnahmen sind artenschutzrechtlich geboten und müssen ohne wenn und aber realisiert werden.
Aus formalen Gründen kann gegen den Planfeststellungsbeschluss keine Klage erhoben werden. Gerade deshalb muss der Protest gegen diese umstrittene und artenschutzrechtlich bedenkliche Baumaßnahme weiter gehen bis folgende Forderungen tatsächlich erfüllt sind:

  1. Das sofortige Einrichten einer Arbeitsgruppe, in der das WSA Lauenburg, das Umweltministerium M-V, das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V, der BUND M-V, der Lewitznetzwerk e.V., der Landesjagdverband e.V. und der Landesanglerverband e.V. mitarbeiten.
  2. Das unverzügliche Hinzuziehen eines externen Baumgutachters, der vor Beginn der Dammsanierung ein Baumgutachten erstellt und Wurzelgrabungen durchführt und die Baumaßnahmen fachlich begleitet.
  3. Die Ergänzung des Planfeststellungsbeschlusses bezüglich des Artenschutzes (Ausweisung einer Naturwaldpartielle von mind. 3 ha und hier das Anbringen von 560 Fledermauskästen, ein 5-jähriges Fledermausmonitoring, zur Kontrolle der Ausgleichsmaßnahme, eine Ersatzpflanzung mit heimischen Gehölzen im Verhältnis von 1:10).

Der Protest von Naturschützern wurde bisher von über 2600 Menschen unterstützt. Schließen Sie sich unseren Forderungen an und unterstützen Sie das Engagement des Lewitznetzwerk e.V. und des BUND M-V. Wir danken Ihnen dafür!

Ralf Ottmann, Ihr Lewitzranger

 

Ich möchte Sie herzlich einladen, mit mir zusammen diese einzigartige mecklenburgische Naturperle kennenzulernen. Lassen Sie uns gemeinsam die Natur durchstreifen und imposante Vogelschwärme, majestätisch wirkende Rothirsche und fliegende Edelsteine beobachten. Entdecken Sie mit mir von Nebelschwaden durchströmte Wiesenflächen, mystisch wirkende Wasserläufe, knorrige Baumriesen und idyllisch gelegene Städte und Dörfer.

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